(13.01.12/dom)
Von seinen Eltern verstossen, mit den Problemen allein
gelassen und Bullying seit dem Kindergarten: Unvorstellbar was der 19-jährige Eric
James Borges aus Visalia, Kalifornien, alles durchmachen musste.
Am vergangenen Mittwoch setzte er seinem Leben ein Ende.
Nicht mal sein persönliches Engagement beim "Trevor Project"
(gay.ch berichtete)
und der damit verbundenen "It Gets Better"-Kampagne (gay.ch
berichtete) konnte ihm
helfen. Eric James Borges beging am Mittwoch Selbstmord, nur knapp einen
Monat nach dem er ein eigenes "It Gets Better"-Video gepostet
hat, um jungen Schwulen und Lesben Mut zu zusprechen.
Aufgewachsenen in einem Haushalt von christlichen
Extremisten, so sagte es Eric selber, kenne er Bullying seit dem
Kindergarten. Die Attacken hätten sich in der Schule immer
weiter gesteigert: Er sei psychisch, physisch, verbal und
emotional Tag für Tag gehänselt und gemobbt worden. Man habe ihm
nicht mehr Eric gesagt, sondern ihn nur noch "Schwuchtel"
genannt. Er sei sogar in einem Schulzimmer vor der gesamten
Klasse und vor dem Lehrer offen angegriffen worden, doch niemand
habe reagiert oder ihm geholfen, erklärt Eric in seinem "It Gets
Better"-Clip. Auch seine Mutter habe gewusst, dass er
schwul sei, und habe ein Exorzismus-Ritual an ihm durchgeführt, um ihn zu heilen
und "hetero" zu machen.
Eric erzählte weiter, dass er unter Depressionen, Angstgefühlen
und Selbstzweifeln litt und immer wieder an Selbstmord gedacht
habe. Er habe nirgends Zuflucht gefunden, weder zu Hause noch in
der Schule. Zu Hause sei er von seinen Eltern immer als
widerlich, als pervers, als unnatürlich und als verdammt
beschimpft worden, bevor er dann vor zwei Monaten offiziell von
ihnen vor die Tür gesetzt wurde.
Neben seinem "It Gets Better"-Clip veröffentlichte Eric James
Borges bereits einen Monat früher einen Kurzfilm mit dem Titel "Invisible Creatures" -
einen gefühlvollen Film mit schönen Bildern rund um Liebe und mit
einer geschriebenen Botschaft am Schluss.
Am 18.
Januar findet eine Gedenkveranstaltung im College of the
Sequoias Theatre in Visalia im US-Bundesstaat Kalifornien statt
(Facebook).
Später wird es noch eine zweite Gedenkveranstaltung in
Erinnerung an Eric James Borges geben.
Der Suizid von Eric ist der Aktuellste einer ganzen Reihe an
Selbstmorden unter schwulen Teenagern. Traurige Berühmtheit
erlangte dadurch etwa der 14-jährige Jamey Rodemeyer aus Buffalo
im US-Bundesstaat New York (gay.ch
berichtete), welcher sich im September 2011 das Leben nahm,
oder der Fall des 15-jährigen Kanadiers Jamie Hubley, welcher im
Oktober 2011 Selbstmord beging (gay.ch
berichtete).
|
|
Halte Dich auf dem Laufenden:
|
|
|